Die Stimme im Kopf
Die Stimme im Kopf (das unaufhörliche mentale Geplapper) ist im Wesentlichen das fortlaufende Recycling von Erinnerungen und alten Mustern. Sie entsteht, weil der menschliche Verstand hochgradig komplex ist und wir uns fälschlicherweise mit Dingen identifizieren, die wir eigentlich gar nicht sind.
Die intellektuelle Kapazität des menschlichen Gehirns ist evolutionär gesehen das mächtigste Werkzeug, das wir besitzen. Da die meisten Menschen jedoch nicht gelernt haben, dieses komplexe Instrument richtig zu bedienen, richtet sich der Intellekt gegen sie selbst und erzeugt unnötiges Leid durch unkontrolliertes Geplapper.
Die Stimme im Kopf (Gedanken, Urteile, Ängste) basiert auf psychologischen Konstrukten und angesammeltem Wissen, nicht auf der tatsächlichen Realität. Die mentale Aktivität läuft nur deshalb endlos weiter, weil wir diesen Gedanken fälschlicherweise eine große Bedeutung und einen hohen Wert beimessen.
Manche Menschen glauben, gegensätzliche Stimmen in sich zu hören (z. B. eine „gute“ und eine „schlechte“ Stimme). Der Organismus ist nur für eine einzige Identität geschaffen. Mehrere Stimmen entstehen oft durch den zeitlichen Versatz zwischen schnellen Gedanken und den langsamer hinterherhinkenden Emotionen.
Es bringt nichts, zu versuchen, den Verstand gewaltsam zu stoppen oder einzufrieren. Die Lösung liegt darin, eine Erfahrung von Distanz zwischen sich selbst und dem Verstand zu kreieren. Indem man erkennt, dass man nicht der Verstand oder die Gedanken ist, verliert das mentale Rauschen automatisch seine Macht.

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