Der Aufbau eines spirituellen Egos ist reine Selbsttäuschung
Spiritualität bedeutet nicht etwas Besonderes zu werden, sondern eins mit allem zu sein. Wer sich ein spirituelles Ego aneignet, begeht einen grundlegenden Denkfehler und nutzt den spirituellen Prozess als reines Werkzeug zur Selbsttäuschung.
Wenn Menschen versuchen, ihr Ego gezielt loszuwerden oder sich durch spirituelles Wissen über andere erheben, erschaffen sie oft nur eine neue, subtilere Form des Egos. Das ist der größte Ego-Trip überhaupt, wer stolz auf seine Demut oder sein spirituelles Wissen ist, hat seine Identität lediglich verlagert, statt sie aufzulösen. Das Ego klammert sich an spirituelle Konzepte, um sich wieder als etwas Besonderes oder anderen überlegen zu fühlen.
Ein Mensch mit einem spirituellen Ego ist meistens weiterhin egosensibel und nicht lebenssensibel.
Egosensibel: Man reagiert empfindlich auf Kritik, ist schnell verletzt und kreist nur um die eigene Person. Menschen, die spirituellen Stolz entwickeln, nutzen spirituelle Konzepte oft als Schutzschild (z.B. Was hässlich an mir ist, ist mein Ego, und was schön ist, ist mein Atman/meine Seele). Dies eine bequeme Art, den schwarzen Peter weiterzugeben, anstatt die volle Verantwortung für das eigene Verhalten zu übernehmen
Lebenssensibel: Wahre Spiritualität führt dazu, dass man sensibel für das Leben um sich herum wird. Man sieht alles Leben als gleichwertig an und verhält sich feinfühlig, anstatt auf anderen herumzutrampeln.
Die Anhäufung von spirituellem Wissen schafft nur Barrieren, ich warne davor, Sadhana (spirituelle Praxis) oder heilige Schriften dafür zu nutzen, eine mentale Struktur im Verstand aufzubauen. Wenn du versuchst, Göttlichkeit oder Spiritualität in dir zu konstruieren, konstruierst du am Ende nur ein aufgeblähtes Ego. Wahre Spiritualität ist ein Prozess des Loslassens und Auflösens, nicht des Ansammelns von Titeln oder Identitäten.
Es gibt kein spirituelles Ego, es gibt nur dich. Das Ego als eigenständiges Ding existiert überhaupt nicht. Es ist lediglich eine falsche Identifikation mit dem Körper und dem Verstand. Wenn du dich wunderbar verhältst, bist du du – und wenn du dich hässlich oder arrogant verhältst, bist das ebenfalls du. Das Verhalten auf ein Ego oder ein spirituelles Ego zu schieben, verhindert echte Transformation. Erst wenn man erkennt: Alles, was an mir schön oder hässlich ist, bin ich selbst, kann eine echte Veränderung stattfinden
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